Wasser von überall an Bachbaustelle
LANDSCHAFTSHAUSHALT Bei Fegefeuer haben die Bauarbeiten begonnen. An der Floßschleuse IV . ist der Verlauf des kür:tftigen Umgehungsgerinnes bereits zu erkennen.
VON BERND SCHilliNG
KÜSTRINCHEN. Der Küstriner Bach führt nach den ergiebigen Regenfallen der letzten Tage "Hochwasser". Jedenfalls ist ein Pegelstand von 40 Zentimetern wie gegenwärtig an der Floßschleuse IV schon lange nicht, vorgekommen, Das Wasser unterhalb reicht bis an den Rundholzbelag des Steges für die Paddler heran.
Mit den Niederschlägen haben auch die Männer von der Gewässerund Landschaftsbau GmbH Seelow
zu kämpfen, die auf einer Baustelle parallel zum Bach an einem' Projekt mit mehrfacher Wirkung für Natur und Tourismus beteiligt sind. Zum einen werden Kanuten künftig über ein 125 Meter langes Umgehungsge-
rinne das Hindernis Floßschleuse mit Paddelgenuss passieren können. Und zum anderen wird durch einen geringfügigen Anstau des Baches an dieser und an zwei weite-
ren Stellen der Wasserdruck auf das angrenzende "dürstende" Oberpfuhlmoor größer und 'es wird besser mit Wasser versorgt werden (der Uckermark Kurier berichtete).
Dieser "Wasserdruck" macht Bauleiter Thorsten Wölfer, Rick SchindleI' im Radlader und Robby Steinberger im Bagger schon jetzt zu schaffen. Die Teile des Gerinnes, die sie bereits ausgekoffert haben, laufen im Nu voll Wasser. In kurzen Abständen muss eine Ben~in-Motorpumpea,ngeworfen werden,die das für sie lästige Nass über einen Schlauch ins Bachbett abpumpt.
Bereits zu Beginn der Bautätigkeitwaren aufwendige Zusatzarbeiten erforderlich gewesen, berichtet Thorsten Wölfer. Nachdem die ers~ ten Schwerlasttransporter Kies und Gestein auf einer Fläche nahe der Bachbaustelle abgekippt hatten, stand fest: Das hält der Waldweg bei Fegefeuer nicht aus.
So musste auf mehreren hundert Metern die Baustraße verfestigt werden, u1').d zwar so, dass die auf 800 Quadratmetern Geotex-Vlies-Unterlage , 'eingebauten 425 Tonnen grober Schotter nach Beendigung der Baumaßnahme wieder aufgenommen werqen
kÖnnen. Inzwischen lagern etwa 550 Tonnen Naturgestein unterschiedlicher Korngröße auf dem Platz, die entsprechend dem Baufortschrit~ zur Auskleidung des
Radlader, versinkt im morastigen Grund bis zu 'den Achsen.
Bauleiter Thorsten Wölfer (vorn), Rick Schindler und Baggerfahrer Robby Steinberger agieren Hand in Hand beim Einbau des Geotex·Vlieses und der Gesteinsschüttungen. FOTO:8ERND SCHilLING
neuen Gerinnes mit dem Radlader heran geholt werden. Sorgsam sind entlang der Anfahrtstrecke die Bäume mit Stoßsicherungen verkleide,t .';V0rden, um Beschädigungen vorzubeugen. /
Etwa 150 Zentimeter tief hebt Robby Steinberger mit dem Bagger das V-förmige Profil des gut fünf Meter breiten Umgehungsgerinnes aus. Auf dem Grund und an den Böschungen ausgebreitetes Geotex-Vlies wird mit Gesteinsschüttungenabgedeckt und gesichert. I Entnommenes Erdreich bleibt vor
Die Männer werden noch einige Wochen am Küstriner Bach gut zu tun haben, denn die Baubedingungen vor Ort we~den nicht besser, schätzt Th.orsten Wölfer ein. Das habe man schon gemerkt, als beim ersten Erdaushub der Radlader im morastigen Grund bis zu den Achsen versackte. Doch eins steht fest, versichert er: Wenn am Ende der letzte Erddamm zwischen Küstriner Bach und Umgehungs gerinne beseitigt wird, dann fließt das WasseI', wie geplant Richtung Oberpfuhl.
Ort. Es wird mit Bagger und, Radlader ,in unmittelbarer Nachbarschaft in natürlichen Senken und Vertiefungen verteilt. Wenn darauf die ersten Blätter gefallen und Samen aufgegangen sind, erinnert kaum noch etwas an den Eingriff, ist sich der Bauleiter sicher. Er weiß das aus der Erfahrung vieler anderer Projekte der Seelower Spezialfirma, so etwa zuletzt, als an der Löcknitz bei Erkner auf800'Metern Länge sechs Meter lange Pfahle gerammt oder als an der Oder Deiche ausgebessert wurden.
Küstrinchen Bach
(1 Beitrag) (1 Stimme)-
vor 4 Jahre veröffentlicht #